Französisch LK 12 trifft Autorin Claire Mazard

17.11.

« Moi, je veux faire réfléchir » - Treffen mit Claire Mazard in Frankfurt

 

« Ce qui m'intéresse, ce sont les histoires inconnues dans l'intérieur des gens en face de nous »

--Was mich interessiert, das sind die uns unbekannten Geschichten im Inneren der Menschen gegenüber von uns--

 

Mit diesen eindrucksvollen Worten begründete die französische Autorin Claire Mazard am 12. November die Idee zu ihrem Roman « Une arme dans la tête » in einem Gymnasium in der Frankfurter Innenstadt. Der Leistungskurs Französisch 12 des Frauenlob – Gymnasiums  nahm im Zuge seiner Teilnahme am « Prix des lycéens allemands » an dieser Lesung teil. Der « Prix des lycéens allemands » ist ein vom Klett – Verlag und Institut Francais initiierter Literaturpreis, der von deutschen Französisch sprechenden Gymnasiast_Innen jährlich vergeben wird. Zur Auswahl stehen vier zeitgenössische französische Jugendromane, die im Laufe verschiedener Etappen von verschiedenen Jurys bestehend aus deutschen Schüler_Innen beurteilt und diskutiert werden, bis zum Schluss der beste Roman gefunden ist. Zur Auswahl stehen in diesem Jahr die Romane « Après la vague » (Orianne Charpentier), « Une arme dans la tête » (Claire Mazard), « Ce cahier est pour toi » (Valérie Dayre) und « Au moins un » (Irène Cohen – Janca).

Das Treffen mit den Autor_Innen der Bücher stellt im gesamten Ablauf des Projekts eine wichtige Etappe zur Urteilsfindung und eine einzigartige Erfahrung des Zusammentreffens mit  frankophonen Literaturschaffenden für deutsche Französischlernende dar. Nachdem Claire Mazard nach einer anfänglichen Begrüßung das erste Kapitel aus dem uns bekannten Roman eindrucksvoll und überzeugend las, begann eine offene Diskussion und Fragerunde, die unter Anderem die Thematik des Romans, den Schreibprozess und ihr Leben als Autorin, ihre Intention und Motivation für jenen Roman, sowie die Rolle von Literatur, Sprache und Poesie in ihrem Leben zum Gegenstand hatte. Der Roman erzählt die Geschichte eines 17jährigen ehemaligen Kindersoldaten, der nach seiner  Flucht nach Frankreich, dort auf der Suche nach einer eigenen Identität versucht das Geschehene und sein Vergangenheit zu verarbeiten, um ein friedliches Leben führen zu können. Interessiert an den Meinungen und Fragen ihrer Lesenden, erfreut über die sprachliche Qualität und Begeisterung der deutschen Jugendlichen für die französische Sprache, sowie bodenständig und offen vermittelte sie uns deutschen Jugendlichen den Eindruck an einer wahrhaftigen Debatte auf Augenhöhe interessiert zu sein. Für uns war die Lesung und das Treffen mit der Autorin eine interessante, neuartige und mehr als lohnenswerte Erfahrung, die vor Allem eines verdeutlichte: Französisch ist eine Sprache, die sich nicht nur zu lernen, sondern gleichwohl zu leben lohnt und die getreu dem Motto « Partenaires un jour – partenaires toujours »  in einem vereinten auf der deutsch – französischen Freundschaft basierenden Europa zahlreiche Möglichkeiten der Verwirklichung auf schulischer, universitärer, beruflicher oder kulturell – privater Ebene bietet.

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